Bericht zur ALDE EU-Week 2019
ALDE EU-Week 2019
Als EU-Botschafterschule hatte die LBS Theresienfeld die Möglichkeit, einige Jugendliche zu nominieren, die eine Woche lang in der EU-Hauptstadt auf Einladung der ALDE-Group (Young Visitors Programme) mit Politikern, EU-Beamten und Journalisten über die Zukunft Europas diskutieren und Brüssel kennenlernen konnten. Österreichweit wurden letztendlich unter allen EU-Botschafterschulen nur zwei Kandidatinnen ausgewählt, wobei eine davon unsere Schülerin Julia Sarko (2. Klasse Lebensmittel-Einzelhandel) war.
Dies ist ihr gekürzter Bericht:
Die Wochen vor der der ALDE Week wurde ich intensiv darauf vorbereitet einige Politiker und Journalisten zu treffen.
Am Montag den 26.11 war es dann endlich soweit, meine Mama brachte mich in der Früh zum Flughafen, es war mein erster Flug alleine und ich war schon recht aufgeregt in Brüssel alle Teilnehmer kennenzulernen.
Um 11:20 landete mein Flug in Brüssel und dort lernte ich gleich Manuel und Sarah, die beiden Praktikanten von EU-Abgeordneter Angelika Mlinar und Helena kennen. Helena war die zweite Österreicherin die eingeladen wurde. Nach einem kurzen Kennenlernen am Flughafen machten wir uns auf dem Weg zum EU-Parlament zu einem gemeinsamen Mittagessen aller Teilnehmer. Bereits da merkte ich wie unglaublich diese Woche werden würde, denn wann lernt man sonst 18 andere Jugendliche aus 15 verschiedenen Ländern kennen?
Während dem Mittagessen kam dann Sophie in ´t Veld, eine niederländische Politikerin und redete mit jedem einzeln. Sophie war super nett und hat alle Fragen beantwortet. Wir konnten uns sogar etwas auf Deutsch unterhalten, ansonsten sprachen wir Englisch über alles Mögliche.
Sarah und Manuel hatten Torten für mich organisiert, damit wir meinen 18. Geburtstag feiern konnten.
Nach dem Essen und einer Gesprächsrunde gingen wir zusammen ins House of European History und sahen uns die Entstehung der EU in den verschiedenen Epochen an.
Danach gingen wir ins Hotel, welches nicht weit entfernt vom Parlament war. Ich teilte mir mein Zimmer mit Matleena aus Finnland und Kamile aus Litauen. Beide waren total nett und wir hatten sehr viel Spaß, aber dazu später.
Am Abend bestellten wir Pizza und redeten über unsere jeweiligen Länder. Alle Jugendlichen brachten Süßigkeiten mit und die wurden dann untereinander geteilt. Die Betreuer stürzten sich voller Begeisterung auf die Manner Schnitten, welche ich mitgenommen hatte.
Am Abend lagen wir dann alle im Bett und waren erledigt vom ersten Tag.
Dienstag, der Tag startete um 9:00 Uhr in der Lobby unseres Hotels, unsere Betreuer holten uns ab für den zweiten Tag. Gestartet hat alles im EU-Parlament mit einem Workshop zu Menschenrechten. Dabei haben wir uns sehr angeregt über die aktuelle Situation in Russland unterhalten, dabei fielen auch andere postsowjetische Staaten in unser Gesprächsradar.
Den restlichen Vormittag haben wir im Freien verbracht, haben uns die Europäische Kommission angeschaut und durften dann den Markt alleine erkunden. Ich ging mit einer kleinen Gruppe Sushi essen und schlenderte durch Brüssel.
Am Nachmittag hatten wir dann ein Meet & Greet mit der Deutschen Abgeordneten Julia Reda, sie ist eine der jüngsten PolitikerInnen in Brüssel. Wir konnten ihr Fragen stellen und sie versuchte diese so gut wie möglich zu beantworten. Besonders beschäftigt hat uns das Thema „Artikel 13″ und wie sich das Copyright in Bezug auf YouTube gestalten sollte.
Nach diesen Gesprächen gingen wir in die Altstadt und erhielten eine Stadtführung von einem lustigen Stadtführer, der uns mit spannenden und lustigen Stories Brüssel näher brachte. Ich verliebte ich mich sofort in die Altstadt mit ihren schön erhaltenen Häusern und Plätzen. Unser Abendessen nahmen wir im Manhattn´s Burgers ein, welches bumm voll war.
Spät am Abend gingen wir gemeinsam zurück ins Hotel. Wir waren alles sehr müde von diesem anstrengenden Tag – immerhin legten wir 20 km zurück.
Am Mittwoch, schafften es trotzdem alle aufzustehen und pünktlich um 9:15 Uhr in der Hotel Lobby zu stehen.
Der Tag war unser EU-Parlamentstag und den hatten wir nach der gestrigen Wanderung auch notwendig.
Zuerst starteten wir mit einem Workshop zu Digital NGO, dabei redeten wir über die Sozialen Netzwerke und wie sich das EU-Parlament präsentiert.
Von diesem Workshop hetzten wir zu einem Gruppen Meeting der ALDE Gruppe (= Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten in Europa) wo es um die Sitzung am Abend ging. Leider mussten wir das Meeting früher verlassen. Danach hatten wir Glück und konnten ein Gruppenfoto mit einigen ALDE Mitgliedern machen.
Zu Mittag gingen wir mit den österreichischen EU-Politikern essen, somit lernten wir endlich die EU-Abgeordnete Angelika Mlinar und ihr Büroteam kennen.
Angelika war absolut bezaubernd und es war total nett mit ihr zu reden. Wir redeten über die politische Entwicklung von Europa und unsere eigenen Erwartungen an die Zukunft.
Am späteren Nachmittag hatten wir noch eine Gesprächsrunde mit Journalisten über ihren Job, die Anforderungen und Herausforderungen dieses Berufes. Bei dieser Gesprächsrunde brauchten wir etwas länger und daher kamen wir zu spät zur Sitzung im EU-Parlament. Trotzdem schafften wir es eingelassen zu werden, und konnten zuhören wie die Politiker über viele Themen sprachen, wie z. B. den Brexit oder den Aufstand der Gelb-Westen in Frankreich etc..
Wir blieben jedoch nicht bis zum Ende, da diese Sitzung bis in die Nacht dauerte.
Unser Abendessen nahmen wir im Cap Africa ein, einem kleinen afrikanischen Restaurant in der Altstadt. Danach gingen wir noch etwas spazieren und zurück ins Hotel. Dort saßen wir wieder in unserem Zimmer und spielten Karten mit den anderen. Das war nämlich unser abendliches Ritual geworden.
So endete unser dritter Abend zusammen. Die Woche war schon fast vorbei und wir verstanden uns immer besser und besser.
Der Donnerstagmorgen begann mit einem Vortrag von LYMEC. LYMEC sind die ALDE Jugendgruppen in den einzelnen Ländern. Während dieses Vortrags unterhielten wir uns vor allem über die verschiedenen Volksbewegungen der Jugend im eigenen Land.
Nach diesem Vortrag gingen wir zum Sitz von Facebook in Brüssel, dort wurden wir von zwei überaus freundlichen Damen empfangen die dann auch den Vormittag mit uns verbrachten, Gleich zu Beginn wurden wir mit Goodies und Verpflegung überschüttet, während des Vortrags ging es vor allem auch um Sicherheit im Internet und wie man sich am besten schützen kann.
Danach hasteten wir zum Place Jourdan um dort French Fries zu essen. Das Besondere an den belgischen Pommes Frittes ist, dass sie doppelt frittiert werden.
Nach dem Mittagessen machten wir uns wieder auf dem Weg zurück ins Parlament, um im Parlamentarium bei den Rollenspielen in Politiker-Rollen zu schlüpfen.
Hierbei ging es vor allem um die verschiedenen Aufgaben im Parlament und wer welche Funktion hat. Die Gruppen wurden in verschiedene Parteien eingeteilt und diskutierten dabei einige Themen aus. Dabei ging es während den Diskussionen recht hitzig zu, schließlich trafen viele verschiedene Meinungen aufeinander, aber am Ende kamen wir doch zu einem gemeinsamen Entschluss. Denn Politik bedeutet nicht immer die eigene Meinung durchzubringen, sondern Kompromisse einzugehen.
Am Abend gingen wir ins Place du Luxembourg essen, und aßen sehr gute Steaks.
Nach dem Essen gingen wir noch zum Plug. The Plug ist eine Party, die jeden Donnerstagabend vor dem Parlament für alle Belgier stattfindet. Vor allem die Mitarbeiter der verschiedenen Politikerbüros sind dort anzutreffen.
Bis ca. 23:00 Uhr waren wir dort und haben getanzt und gefeiert, danach gingen wir ins Hotel zurück und verbrachten den letzten Abend zusammen.
Freitag, der letzte Tag hat begonnen.
Bereits in der Früh standen wir alle mit unserem Gepäck in der Hotel Lobby, einige Jugendliche mussten bereits abreisen und die anderen gingen ins Parlament um dort den Vormittag zu verbringen. Ich ging mit Emil und Manuel durchs Parlament um mich dort umzusehen. Wir suchten den Souvenierladen auf und ich kaufte mir dort eine kleine Statue und eine Schneekugel. Zu Mittag fuhr ich dann mir einigen anderen zum Flughafen und wir machten uns alle wieder auf den Heimweg.
Leider verging die Woche viel zu schnell, ich habe dort unglaublich viel gelernt und super tolle Leute kennengelernt.
An dieser Stelle muss ich nochmal Manuel, Sarah und Stella danken, diese 3 haben die ganze Woche für uns organisiert und versuchten uns wunschlos glücklich wieder nach Hause zu schicken.
Wenn je jemand das Glück habe sollte für diese Reise ausgewählt zu werden, dann sollte derjenige alles machen um genommen zu werden. In dieser Woche lernt man unglaublich viel und eine solche Chance bekommt man sonst nie wieder. Denn all die Leute kann man sonst nicht so einfach treffen.
Leider ist diese unglaubliche Woche vorbei, deshalb möchte ich allen danken die mir geholfen haben, dass ich diese Woche antreten durfte.