Workshop: Kommunikation mit Schauspieler Markus Freistätter

Am 26. Februar 2019 fand ein Workshop mit dem Schauspieler Markus Freistätter statt.

Ein Workshop, der das Thema „Kommunikation"als Arbeitstitel hatte. Wir beschäftigten uns mit folgenden Fragen:

Wie rede ich laut, deutlich und selbstbewusst? Wie bereite ich mich auf Präsentationen vor und wie gehe ich mit meiner Nervosität vor Präsentationen um?

Während der drei Einheiten machten wir viele praktische Körper-Übungen, der Schwerpunkt lag beim Wahrnehmen unserer Körpersprache und deren bewusster Einsatz.

Die Übungen unterstützen mich dabei, selbstsicher aufzutreten und mich auf das Wesentliche zu fokussieren. Ich habe gelernt, dass man sich nicht verstellen muss um bei Menschen einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Mit den Tipps von Herrn Freistätter bin ich bei Präsentationen in der Schule nicht mehr so nervös. Aber auch in meinem Lehrbetrieb kann ich mein neues Wissen sehr gut einsetzen. Denn wir starten mit internen Projekten und ich muss Präsentationen halten.

Für schüchterne und zurückhaltende Menschen, wie ich es bin, tut so ein Workshop echt gut. Und ich glaube auch, dass man durch solche Workshops mehr von einem Thema mitnimmt, weil viel praktisch nachgespielt wird. Ich finde, dass es gut ist Workshops zu machen, um ein besseres Zusammenarbeiten in der Klasse zu ermöglichen. Meiner Meinung nach könnte man in Schulen öfter Workshops ausführen. Ich habe sehr viel für meine eigene Persönlichkeit mitgenommen.

Feedback einer Teilnehmerin aus der 1. Klasse Büro

Resilienz-Workshop

Was Schülerinnen und Schüler zum Thema Resilienz sagen ...

Unsere Schülerinnen und Schüler haben nach dem Resilienz-Workshop mit Psychotherapeutin Doris Hebenstreit und Dipl. Lebens- und Sozialberaterin Mag. Barbara Kainz folgende Fragen beantwortet:

Welche Bedeutung hat ein gutes Resilienzverhalten für die Schullaufbahn? (z. B. wenn ich mich schnell von einer Niederlage erholen kann und wieder frohen Mut für neue Aufgaben habe)
Man kann positiv bleiben und daran glauben, es nächstes Mal besser zu machen. Man lernt dadurch leichter und hat nicht so viel Angst.

Wie kann ich meine Resilienz in der Schule stärken, d. h. wie kann ich bei Misserfolgen oder Rückschlägen mich selbst wieder auf Erfolgskurs bringen?
Man kann nachdenken, was man das nächste Mal besser machen kann. Auch Hilfe von Freundinnen und Freunden stärkt das Resilienzverhalten. Resiliente Schülerinnen und Schüler sind für mich Vorbilder, weil sie uns zeigen, dass man trotz Niederlagen oder Enttäuschungen es trotzdem schaffen kann.

Was kann ich unternehmen, um mein Selbstvertrauen zu stärken? (z. B. dass ich vor der Klasse ein Referat ohne Angst halten kann.)
Der Kontakt mit Leuten, sei es in der Arbeit oder in der Schule kann helfen, offener zu werden. Wenn man viel mit Menschen zu tun hat und sich mit ihnen beschäftigt, sieht man sich als wertvoller Teil der Gesellschaft. Man kann somit mit konstruktivem Feedback besser umgehen. Zusätzlich bringen wiederholtes Üben und Routine Sicherheit.

Inwiefern trage ich die Verantwortung für meine aktuelle Schulsituation?
Sehr! Da sich die Schulsituation auch auf die Arbeit auswirkt. Meine Einstellung zum Lernen verändert sich, wenn ich erkenne, dass ich das Gelernte z. B. für meinen Beruf benötige.

Inwiefern kann ich andere Personen (z. B. Eltern, Freunde, Lehrer, ...) für die eigenen Probleme verantwortlich machen?
Es kommt auf die Situation an. Wenn man nicht lernt und faul ist, ist man für die schlechten Noten selbst verantwortlich. Wenn man nicht mit Geld umgehen kann, z.B. mit der Lehrlingsentschädigung nicht auskommt, sich verschuldet oder es verprasst, dann trägt man die volle Verantwortung.

Verantwortungsbewusstsein wird geschaffen durch Eltern, Schule, Freundinnen und Freunde. Es wächst durch Erfahrung.

Projekt Lucky 7: Erik und Erika

Die LBS Theresienfeld startete anhand des Fallbeispiels Erik(a) Schinegger ein neues fächerübergreifendes Projekt, genannt Lucky 7. Die Hauptziele des Projekts sind die Stärkung der Resilienz und die Ausarbeitung eines individuell gestalteten, elektronischen Notizbuches, in dem die wichtigsten Anlaufstellen für die alltäglichen und außeralltäglichen ebenslagen aufgelistet sind.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist der Film „Erik und Erika". Der Film des österreichischen Regisseurs Reinhold Bilgeri handelt von dem Schicksal der Schiabfahrtsweltmeisterin von 1966 Erik(a) Schinegger, die mit 19 Jahren erfuhr, dass sie eigentlich ein Mann ist. Bis zu diesem Tag wurde sie als Mädchen erzogen und konnte ihrer Passion, dem Schisport, erfolgreich nachgehen. Als Weltmeisterin wurde sie gefeiert und nach der Enthüllung als Mann verstoßen. Der Film endet als Erik mit seinem Porsche in ein neues Leben startet.

Doch wie ging es weiter? Er machte das Beste aus seinem neuem Leben – wurde erfolgreicher Unternehmer und Familienvater und konnte sich somit von diesem Schicksalsschlag erholen.

Die Lehrlinge wurden in der Schule auf den Film vorbereitet und für diese Thematik sensibilisiert. Eine ganz besondere Premiere erfolgte vor Beginn des Films: Die Lehrlinge der LBS Theresienfeld boten unter theaterpädagogischer Leitung von Wolfgang Pannek eine Kurzperformance zur Einstimmung auf den Film dar.

Das Theaterkino Wiener Neustadt bietet den idealen Rahmen für die Filmvorstellung und das anschließende Publikumsgespräch, bei dem Hauptdarsteller Markus Freistätter persönlich anwesend war.

Anschließend konnten die Lehrlinge einen Vergleich ziehen: Welche Anlaufstellen hatte Erik(a) damals und welche stehen den Jugendlichen heute zur Verfügung? Die Informationen wurden fächerübergreifend in einem elektronischen Notizbuch zusammengefasst.

In diesem Notizbuch, „Lucky 7" genannt, werden alle Anlaufstellung und Informationsquellen für allfällige Lebensfragen aufgelistet. Es wird in 7 Säulen unterteilt: Ausbildung, Familie und Freundeskreis, Arbeit, Freizeit, Geld, Gesundheit und Passion. Diese Säulen werden als Säulen des Lebens angesehen. Erfahrung und Wissen stärken diese. Die Lehrlinge werden dazu ermutigt, Hilfe zu suchen, anzunehmen und auch umzusetzen. Das elektronische Notizbuch soll dabei helfen, die Anlaufstellen jederzeit digital griffbereit zu haben und gegebenenfalls zu teilen.

Fotos von zur Verfügung gestellt von W. Blauensteiner